Was ist neu in WordPress 4.0?

Nach den bisherigen Planungen soll WordPress 4.0 im August dieses Jahres, genauer am 27. August 2014, veröffentlicht werden. Am 10. Juli erschien die erste Betaversion der nächsten WordPress Version. In diesem Beitrag gebe ich, nach einem ersten Einblick in ebendiese Betaversion meinen ersten Eindruck wieder.



Da ich vorab schon einige Artikel rund um WordPress 4.0 gelesen habe, entschied ich mich für eine komplett neue Installation des Systems - nicht weil es anders nicht möglich wäre, sondern weil ich wusste, dass sich auch am Installationsprozess etwas geändert hat. Und diese Änderung ist auch gleich die augenscheinlichste Änderung an WordPress 4.0 - man wird von einem Bildschirm zur Sprachauswahl begrüßt. WordPress 4.0 legt einen sehr starken Fokus auf die Überarbeitung der Internationalisierung des Systems.


Laut einem Eintrag von Andrew Nacin (WordPress Core-Entwickler) im Make WordPress Core Blog, ist es angedacht, dass die Sprachdateien separat vom eigentlichen (Initial-)Download der WordPress-Version bezogen werden können. Man könnte so also WordPress von der englischsprachigen Seite herunterladen und hätte dank der neuen Sprachauswahl die Möglichkeit alternative Sprachdateien nachzuladen. In diesem Zusammenhang wird auch erwogen, dass auch Plugins und Themes auf die gleiche Art mit Sprachdateien versorgt werden können - sofern die gewählte Sprache dafür ebenfalls verfügbar ist. Die Installation neuer Themes und Plugins soll derart erweitert werden, dass es möglich ist die Suchergebnisse der Themes und Plugins auf die verwendete Sprache zu reduzieren. Von dieser Möglichkeit ist in der aktuellen Betaversion noch nichts zu sehen. Es wird mit WordPress 4.0 auch möglich sein die Sprache der Seite im Nachhinein über eine Einstellungsoption zu ändern.


WordPress4-Sprache-aendern.png



Überarbeitet wird auch der Bereich in dem Plugins direkt im Backend von WordPress installiert werden können - hier hat sich über lange Zeit nichts getan. Die Beta 1 von WordPress 4.0 bietet hier einen ersten Einblick in die Neuerungen. Zum einen erfolgt die Darstellung der zum Suchbegriff gefunden Plugins etwas kompakter, zum anderen erhält man jetzt auf einen Blick Informationen zum Zeitpunkt der letzten Aktualisierung des Plugins und Informationen dazu ob das Plugin bereits mit der genutzten WordPress Version getestet wurde. Überarbeitet wurde dabei auch die Detailansicht der Plugins. So wird nun das Pluginbild aus dem Pluginverzeichnis auf wordpress.org genutzt. Hier wird dann auch ein Hinweis darauf eingeblendet, ob das Plugin mit der verwendeten WordPress Version kompatibel bzw. getestet ist; hierbei kommt vermutlich das Nutzerfeedback aus dem Pluginverzeichnis zum Einsatz. ist. Etwas irritierend finde ich persönlich hierbei, dass ein Hinweis mit grünem Rand eingeblendet wird, obwohl das Plugin offensichtlich nicht mit meiner Version getestet wurde - wo doch grün eigentlich für "alles ok" steht.


Plugininstallation WP 3.9.png Installation WP4 Plugins.png Plugindetails WP 3.9.png Plugindetails WP 4.0.png




Auch die Mediathek erfährt in WordPress 4.0 eine weitere Überarbeitung. So wird eine neue "Grid-Ansicht" eingeführt - diese ist auch standardmäßig aktiv gesetzt. Die alte Listenansicht steht aber weiterhin zur Verfügung. Durch die Grid-Ansicht erhält man größere Thumbnails, die das Auffinden des gesuchten Mediums erleichtern sollen - hilfreich vor allem, wenn man viele Bilddateien in seiner Mediathek hinterlegt hat.


Mediathek WP 4.0 Gridview - Beta 2.png


Am Texteditor (Tiny MCE) wird ebenfalls gearbeitet - so erfährt Tiny MCE zunächst einmal eine Aktualisierung der genutzten Version. Es wurden aber auch Verbesserungen hinsichtlich der Interaktion des Editors mit Tastatur und Mauscursor im Zusammenhang mit den TinyMCE views (z.B. der Galerievorschau) vorgenommen.



Zudem wird auch die API für oEmbed-Anbieter erweitert, d.h. WordPress kann künftig einfacher mehr externe Inhalte darstellen - z.B. genügt es ja schon seit einiger Zeit einfach einen Link zu einem YouTube-Video in den Texteditor einzufügen und WordPress stellt im Blog einfach das Video dar. Zu den Erweiterungen hier gehören u.a.:



  • CollegeHumor.com

  • Issuu

  • und bei YouTube-Links gibt es eine Erweiterung um Links zu Playlisten

Für Entwickler interessant sind einige Neuerungen und Änderungen im Bereich der Themes und Templates. So gibt es neu den Filter human_time_diff und es gibt CSS-Regeln, die unabhängig vom Theme, dafür sorgen, dass Videos responsive sind.


Außerdem werden TEMPLATEPATH und STYLESHEETPATH ersetzt mit get_template_directory() und get_stylesheet_directory() - wobei erstere lediglich als deprecated eingestuft werden und so aus Kompatibilitätsgründen also noch funktionieren.


Soweit mein kleiner Einblick in WordPress 4.0.

Was denkst du zu WordPress 4.0 - Hast du vielleicht sogar die Beta in deiner Testumgebung laufen? Lass es mich in den Kommentaren oder im Forum wissen.


Möchtest du testen? Hier bekommst du die Beta-Version (nicht für Produktivsysteme nutzen),


Update (24.7.14): Mittlerweile ist Beta 2 erschienen.

Da ich es anfangs vergessen hatte, habe ich von der Mediathek noch schnell einen Screenshot der Grid-Ansicht eingefügt - diese ist allerdings auf dem Stand der Beta 2.


Update 2 (28.08.2014) WordPress 4.0 wird es ermöglichen, dass Plugins ein eigenes Plugin-Icon verwenden können, dass dann im WordPress Backend bei der Plugininstallation angezeigt wird. Weitere Infos dazu gibt's bei Make WordPress (eng.), zudem ist der erste Release Candidate erschienen (nicht für Produktivsysteme nutzen).