Wie man Fehler richtig meldet


Bevor wir mit dem eigentlichen Artikel beginnen: Schön, dass du diesen Artikel liest, denn wenn du Anwender mit einem Problem bist, heißt das, dass du trotz aller Probleme, die du gerade hast, interessiert bist schnell Hilfe zu bekommen und dafür wissen möchtest, welche Informationen du geben musst. Das finde(n) ich (und auch viele andere Entwickler) sehr gut. Natürlich ist es ärgerlich wenn ein Stil, ein Plugin oder gar eine komplette Software nicht funktioniert - nur zur Problembehebung ist es letztlich erforderlich, dass der Entwickler genaue Informationen von dir bekommt. Und auch dem Entwickler ist diese Situation nicht angenehm - Fehler neigen dazu ein schlechtes Licht von sich zu geben. Auch wenn sie letztlich normal sind und irgendwie dazu gehören: Niemand mag sie.


Falls es ganz schnell gehen muss: am Ende dieses Artikels gibt es eine Checkliste.


Da sitzt du nun also vor deinem Bildschirm und möchtest am liebsten in die Tischkante beißen - dein neuer/s Stil/Plugin verweigert die Installation mit einer kryptischen, nichtssagenden Fehlermeldung. Der Tag ist gelaufen. Doch bevor du jetzt wütend schreiend durch die Gegend läufst oder gar auf deinen Monitor einprügelst oder Supportforen mit wüsten Beschimpfungen füllst: Durchatmen! Wut ist kein guter Berater. Ehrlich nicht, glaub mir.


Wenn du dann den ersten Schock verdaut hast, nimm dir noch einmal kurz die Beschreibung oder Anleitung zur Hand und schau, ob du alles so gemacht hast, wie angegeben. Du machst keine Fehler? Ich auch nicht (jedenfalls nicht freiwillig). Aber manchmal passieren im Eifer des Gefechts Dinge, die man sich einfach nicht erklären kann. Und: Kaum macht man es richtig, schon funktioniert's. Ich mein' ja nur...


Fehler sind dafür da um gemacht und behoben zu werden.

Okay, du hast dir alles noch mal in Ruhe angeschaut, bist dir sicher alles richtig gemacht zu haben und trotzdem, die Fehlermeldung prangt unauslöschbar auf deinem Bildschirm. Du hast offensichtlich einen Fehler gefunden. Nun denn, auf zur Webseite des Entwicklers und den Fehler gemeldet - auch hier gilt: cool bleiben! Als erstes, falls du die Seite noch nicht genau kennst, schau dich um, wo Fehler gemeldet werden können. Manche Entwickler nutzen einen Bugtracker (z.B. web-produktion), andere nutzen ein Supportforum (z.B. hier bei Elevenfour) oder wieder ganz andere geben Support per E-Mail. Wichtig: erfrage Unterstützung unbedingt dort wo es vorgesehen ist. Wenn ein Supportforum oder Bugtracker existiert, sollte man Fehler auch dort melden und nicht per Mail erfragen. Denn erstens ist so die Organisation für den Entwickler sicher gestellt und damit auch die zügige Abarbeitung und zweitens haben so auch andere Nutzer mit dem gleichen Problem die Möglichkeit zu sehen, dass an einer Lösung bereits gearbeitet wird oder sehen im besten Fall, dass ihr Problem schon mit einer neuen Version gelöst wurde.


"Funktioniert nicht" ist keine Fehlermeldung

Nachdem das nun geklärt ist, geht es nun darum den Fehler tatsächlich zu melden. Gib den Fehler und das was du gemacht hast, bevor der Fehler auftrat so genau wie möglich wieder. Dabei geht es nicht darum was du währenddessen getrunken hast oder ob die Sonne schien, sondern darum, dass der Entwickler einschätzen kann, was die Fehlerursache sein könnte. Und glaub mir nichtssagende Meldungen wie "Funktioniert nicht." kann kein Entwickler auf diesem Planeten mehr lesen. Das ist keine Fehlermeldung. Ehrlich, das ist genauso hilfreich wie "draußen ist Wetter" - wobei letzteres wenigstens zu erwarten war.

Doch welche Informationen sind nun eigentlich erforderlich?


Ganz so pauschal, lässt sich das leider nicht beantworten. Was auf jeden Fall hilfreich ist: Wenn du eine Fehlermeldung hast, dann kopiere diese am besten und füge sie für den Entwickler ein. Falls im Texteditor des Supportforums/ Bugtrackers eine Schaltfläche zum Einfügen von Code vorhanden ist, dann nutze diese am besten dafür. Das Erleichtert die Lesbarkeit - sowohl für den Entwickler als auch für alle anderen, die den Beitrag lesen.
Bei Fehlern in Designs (egal ob ein Stil fürs WBB oder ein Theme für WordPress) ist die Angabe des verwendeten Browsers und dessen Version unerlässlich und unter Umständen auch Angaben zur Bildschirmbreite (Stichwort mobiles Design) - manchmal (nicht so häufig wie vor einigen Jahren) benötigt man auch noch die Angabe des verwendeten Betriebssystems.
Bei einigen Plugins kann es zudem erforderlich sein, dass man angibt welche PHP- oder MySQL-Version man verwendet - das kommt letztlich ganz auf das Plugin an.
Versionsangaben des Plugins oder Stils sind übrigens auch erforderlich (manchmal gibt es neuere Versionen, die das Problem beheben). Achte zudem darauf, dass du, falls vorhanden, Labels richtig setzt bzw. im richtigen Bereich für dein Plugin/ deinen Stil schreibst.
Zu guter Letzt sollte man angeben was man wo geklickt hat.
Schreib dabei so einfach und verständlich wie es dir möglich ist. Kein guter Entwickler wird je von dir erwarten, dass du etwas technisch erklärst. Wichtig ist immer nur, dass du verständlich machst was genau passiert ist. Behalte dabei eins immer Hinterkopf: Das was du da verwendest, ist soetwas wie das Baby des Entwicklers. Er hat es auf die Welt gebracht und auf Herz und Nieren getestet. Es hat keine Fehler. Was er aber niemals zugeben würde: Er weiß ja auch wie es funktioniert und wo er nicht klicken darf. Und zu guter Letzt: auch Entwickler sind "nur Menschen" - wie du. Keine Götter, keine Hellseher, nichts Besseres - auch wenn man von ihrer Arbeit manchmal so beeindruckt ist, dass es übermenschlich erscheint - es ist nur eine subjektive Wahrnehmung. Bedenke das immer, wenn du einem Entwickler virtuell gegenübertrittst. Behandle Entwickler so, wie du selbst behandeln werden möchtest - also selbstverständlich gut.

Zusammenfassung


Kurz gesagt: Fehler sind weder für den Anwender noch den Entwickler eine angenehme Sache. Daher sollten beide miteinander am gleichen Strang ziehen, nur dann wird man zu einer Lösung gelangen. Hier noch mal eine Checkliste für den Fall der Fälle:

  • Ruhe bewahren

  • Anleitung nehmen, nochmal Schritt für Schritt durch gehen

  • Webseite des Entwicklers aufrufen und zum Supportforum bzw. Bugtracker navigieren (ggf. Version beachten - gibt es eine neuere?)

  • hilfreichen Betreff (Titel) verwenden (s. Aktualisierung 1)

  • genaue Angaben machen, einfach und verständlich schreiben (was wurde gemacht bevor der Fehler auftrat)

  • ggf. vorhandene Fehlermeldung einfügen (mit dem Code-Button, wenn vorhanden)

  • Browserversion angeben (bei Stilen auf jeden Fall), PHP und/oder MySQL Version angeben (bei einigen Plugins)

  • Angeben welche Version des Plugins oder Stils genutzt wird

  • Cool bleiben! Schuldzuweisungen haben bisher noch kein Problem der Menschheit gelöst.

  • Geduld haben - Fehler beheben sich nicht von allein. Je nach Umfang dauert die Behebung etwas. Und viele Entwickler machen das in ihrer Freizeit und einige sogar für lau.

Falls du noch Fragen oder Ergänzungen hast oder deine Meinung kultiviert los werden möchtest, lass es mich wissen. Entweder unten in den Kommentaren oder im Fall einer Ergänzung, die noch in den Artikel soll, gern auch per Konversation oder E-Mail.


Update 1: 9. April 2015, 19:16

Einen hilfreichen Betreff vergeben


Flo wies mich via Twitter darauf hin, (danke) dass natürlich auch die Vergabe eines sinnvollen Betreffs erforderlich ist, denn Betreffs wie "kritischer Fehler" o.ä. nur sind selten hilfreich und noch seltener auf Dauer. ;) Von daher: den Betreff (Titel) immer möglichst mit einer knappen Kernaussage füllen. Als Beispiel mal ein Thementitel von einem Fehler, den ich zu meinem eigenen Stil angelegt habe: Schriftfarbe in Profilbeschreibung nicht lesbar - Air - man erkennt daraus was fehlerhaft ist und welcher Stil betroffen ist. Anhand des gesetzten Labels kann man dann die betroffene Version erkennen. Im Beitrag selbst habe ich noch einen Screenshot mit angefügt.